Queer sein ist keine Krankheit – Konversions­maßnahmen verbieten!

Bereits 11 Menschen haben die Petition unterzeichnet.
Mit Behandlungen Homosexualität austreiben oder ein anderes Geschlecht aufdrängen – klingt absurd, ist in Österreich aber Realität. Und legal, solange es nicht im medizinischen Bereich passiert. Gerade wird über ein Gesetz verhandelt, das diese Pseudo-Heilungen verbieten soll. Doch die ÖVP bremst. Damit sie die Blockade-Haltung aufgibt, müssen wir jetzt zeigen, wie viele von uns finden: Queer zu sein ist keine Krankheit – die Bundesregierung muss Konversionsmaßnahmen endlich verbieten!  

Getarnt als “Seelsorge” oder “Coachings” wollen selbsternannte Heiler_innen die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von queeren Menschen* verändern [1]. Dabei wird ihnen eingeredet, dass sie falsch sind und “geheilt” werden müssen. Doch queer zu sein, ist keine Krankheit. 3 von 10 queeren Menschen waren in Österreich bereits solchen “Umpolungs”-Versuchen ausgesetzt [2]. Besonders betroffen sind trans Personen, also Menschen, deren Geschlechtsidentität sich von dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht unterscheidet [3]. 

Diese Pseudo-Therapien funktionieren nicht – und sie sind gefährlich: Viele Betroffene entwickeln dadurch Depressionen und sogar Suizidgedanken [4]. Ein UNO-Experte vergleicht sogenannte Konversionstherapien mit Folter [5]. Für uns ist klar: Das ist keine “Therapie”, sondern Psychoterror. 

In Deutschland, Malta und vielen anderen Ländern sind Konversionsmaßnahmen längst verboten – Österreich hinkt nach [6]. Eigentlich hat sich die aktuelle Regierung in ihrem Programm schon auf ein umfassendes Verbot geeinigt. Doch die ÖVP blockiert noch. Um die Befürworter_innen des Verbots in den Verhandlungen zu stärken, machen wir klar, wie viele Menschen auf ihrer Seite stehen. Hilf mit, die Regierung an ihr Versprechen zu erinnern und unterzeichne jetzt die Petition: Queer sein ist keine Krankheit – Konversionsmaßnahmen verbieten! 

* Queere Menschen sind Menschen, die nicht heterosexuell sind oder deren Geschlecht nicht dem entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

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Was soll genau verboten werden?

Praktiken mit dem Ziel, die Homo- oder Bisexualität, queere Geschlechtsidentität oder Geschlechtsausdruck einer Person zu unterdrücken oder zu verändern. Es soll verboten werden, solche Maßnahmen durchzuführen, anzubieten oder dafür zu werben. Niemand darf also mehr versuchen, Menschen heterosexuell oder cisgeschlechtlich “zu machen”. Zum Beispiel: 
  • Einem schwulen Mann von seiner Homosexualität “befreien” wollen.
  • Einer trans Frau einreden, dass eine Maßnahme sie “zum Mann” macht. 
  • Eine lesbische Frau durch “korrektive” Vergewaltigung zu “heilen” 

Denn: Trans Frauen sind Frauen. Trans Männer sind Männer. Nicht-binäre Personen sind nicht-binär. Schwule sind schwul. Lesben sind lesbisch. Das ist keine Krankheit und nichts, was man ändern muss. Queere Menschen sind gut, so wie sie sind! 


Was soll NICHT verboten werden?

Erlaubt bleiben sollen: 
  • Wissenschaftlich anerkannte Behandlungen von paraphilen Störungen, wie einer pädophilen Störung. 
  • Ergebnisoffene Behandlungen mit dem Ziel, die gewünschte Geschlechtsidentität einer Person zum Ausdruck zu bringen. Dazu zählen zum Beispiel geschlechtsangleichende Operationen oder Hormontherapien. Sie sind dazu da, die Entwicklung zu einer selbstgewählten Geschlechtsidentität einer Person zu unterstützen – also das Gegenteil von Konversionsmaßnahmen, die Geschlechtsidentitäten unterdrücken sollen. 

Wer soll vor den Maßnahmen geschützt werden? 
  • Minderjährige 
  • Volljährige, die nicht unter freiem Willen zustimmen. Also zum Beispiel Menschen, die nur einwilligen, weil sie sich in Abhängigkeitsverhältnissen befinden, gezwungen, bedroht oder getäuscht wurden, oder die nicht ausreichend über die Schädlichkeit aufgeklärt wurden [7]. 

Warum gibt es in Österreich noch immer kein Verbot?

Queere Organisationen und Expert_innen fordern schon lange, dass Konversionsmaßnahmen auch in Österreich verboten werden [6,7]. Unter verschiedenen Regierungen gab es auch schon Anläufe, ein entsprechendes Gesetz umzusetzen. Doch jedes Mal steht die ÖVP im Weg: Sie möchte nicht, dass auch trans Personen vor den gefährlichen Praktiken geschützt werden [1]. Dabei ist das umso wichtiger, denn trans Personen sind besonders oft betroffen [3]. 
(Quelle: Queerlexikon)
Bisexuelle Menschen fühlen sich sexuell zu Menschen zweier oder mehrerer Geschlechter hingezogen. 
Cisgeschlechtlich bedeutet, dass eine Person das Geschlecht hat, dem sie bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde.
Die Geschlechtsidentität eines Menschen bezeichnet, mit welchem Geschlecht sich ein Mensch selbst identifiziert. 
Heterosexuelle Menschen fühlen sich sexuell zu Menschen des bzw. eines anderen Geschlechts hingezogen.
Homosexuelle Menschen fühlen sich zu dem bzw. einem eigenen oder ähnlichen Geschlecht hingezogen. Homosexuelle Männer bezeichnen sich oft als schwul, homosexuelle Frauen oft als lesbisch.
Nicht-binär sind Menschen, die nicht (oder nicht zu 100%) Mann oder Frau sind. Stattdessen ist ihr Geschlecht beispielsweise beides gleichzeitig, weder männlich noch weiblich, oder dazwischen.
Die sexuelle Orientierung eines Menschen beschreibt, zu Menschen welches Geschlechts bzw. welcher Geschlechter sich ein Mensch emotional, körperlich und/oder sexuell hingezogen fühlt.
Transgeschlechtlich oder trans beschreibt, dass jemand nicht das Geschlecht hat, das der Person bei der Geburt zugewiesen wurde. Eine Frau, der bei der Geburt nicht das weibliche Geschlecht zugeordnet wurde, ist eine trans Frau. Ein Mann, dem bei der Geburt nicht das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, ist ein trans Mann.
[1] Der Standard, 04.07.2025: Warum Österreich noch immer nicht gesetzlich gegen “Homo-Heiler” vorgeht 
[2] European Union Agency for Fundamental Rights, 14.05.2024: EU LGBTIQ survey IIILGBTIQ Equality at a Crossroads: Progress and Challenges. Country Data - Austria
[3] European Union Agency for Fundamental Rights, 2024: EU LGBTIQ survey IIILGBTIQ Equality at a Crossroads: Progress and Challenges 
[4] med.standford.edu, 01.07.2025: Conversion practices linked to depression, PTSD and suicide thoughts in LGBTQIA+ adults
[5] Mannschaft.com, 10.07.2020: UNO-Experte fordert globales Verbot der Konversionstherapie 
[6] ILGA World, 2020: Curbing Deception: A world survey on legalregulation of so-called “conversion therapies” 
[7] Hosi Wien: Forderungskatalog LGBTIQ-Rechte = Menschenrechte

Datenschutz

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